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Northeim im Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V.


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Aktuelles

Historie unserer Siedlergemeinschaft

 

Das 78-jährige Bestehen der Siedlergemeinschaft Northeim vermittelt zwangsläufig Erinnerungen an zwei ganz unterschiedliche Epochen deutscher Geschichte.

Einerseits in einer Zeit politischer totalitäter Verfestigung und andererseits in einer Periode demokratischer Entwicklung, weist die Aufgabenstellung der 1935 gegrüdeten Siedlergemeinschaft Northeim und des Deutschen Siedlerbundes Kontinuität auf. Damals wie heute geht es darum, Familien durch Hilfe zur Selbsthilfe eine Heimstätte zu geben.

 Aus der Chronik der Stadt Northeim von 1933 - 1936 wird zitiert:

"Es war aber vor allen Dingen notwendig, der minderbemittelten Bevölkerung gesunde Wohnungen zu Verfügung zu stellen. Das geschah auf dem Wege der Siedlung. Sie bezweckt zugleich, den deutschen Arbeiter wieder sesshaft zu machen und ihn in unmittelbarer Verbindung mit dem Boden zu bringen. Durch die Gewährung von Reichszuschüssen in Höhe von 112.250,00 RM wurde infolgedessen im Jahre 1933 eine vorstädtische Kleinsiedlng an der Edesheimer Landstraße in Angriff genommen. Die Stadt gab aus eigenen Mitteln dazu etwa 60.000 RM, jedoch nicht alles Bar, sondern auch in der Bereitstellung von Grund und Boden, der Hergabe von Holz, Kies usw. Das Land musste von der Klosterkammer erworben werden. Es wurde zunächst 24 Stellen geschaffen, denen alsbald weitere 24 und dann noch mal 8 folgten. Eine solche Siedlerstelle hat etwa  800 - 1000 m² Grundfläche die als Gartenland genutzt wird, da sie direkt am Hause liegt. Die Häuser unterscheiden sich in der Wohnfläche je nach dem ob in dem oberen Stockwerk noch Kammern ausgebaut sind (Drempelgeschoss) und betragen 42 bis 58 m².

Sie hatten außerdem alle einen Stall für Kleinvieh. Die monatlichen Unkosten betrugen einschließlich aller Nebenabgaben (Schornsteinreinigung, Müllabfuhr usw.) im Durchschnitt etwa 11,00 RM. Die Siedler waren entweder mit eigener Arbeit oder einem geringeren Eigenkapital, das auch ein Darlehen sein konnte, an den Baukosten beteiligt.

Diese betrugen ohne Grund und Boden 288,00 RM bis 4500,00 RM. Auch für das Jahr 1936 wurde wieder eine Siedlung in Angriff genommen, die 20 Wohnhäuser umfasste und denen im folgenden Jahren wiederum 20 folgen sollten, sodass  diese vorständige Kleinsiedlung ca. 100 Siedlungsstellen umfasste. Hiermit wurde erreicht, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl von Notwohnungen geräumt wurden.


Außer diesen Kleinsiedlungen wurden Volkswohnungen geschaffen und zwar sowohl durch die Northeimer Wohnungsgesellschaft wie auch aus Mitteln der Krawehl-Stiftung. Die erstere errichtete einen großen Häuserblock östlich der neuen Kaserne am Galgenberge in den Jahren 1935 - 1936. Hier wurden 1935 -35 Wohnungen, 1936  -32 Wohnungen geschaffen. Die Wohnfläche betrug rund 45 - 60 m², die Wohnung bestand aus 2 Zimmern, Küche und Zubehör. Die Mietpreise betrugen etwa 23,00 RM monatlich, die Baukosten etwa 4 000,00 RM.

Die Krawehl-Stiftung (Legat des früheren Mühlendirektors Krawehl) errichtete an der danach gennanten Krawehlstraße östlich der Kleinsiedlung 8 Wohnungen mit geringer Wohnfläche aber gleichen Räumen, die im Durchschnitt für 9,00 RM vermietet wurden."

Soweit die Northeimer Chronik!


Bis 1945 standen dann (verzögert durch den 2. Weltkrieg) insgesamt 136 Kleinsiedlungen, die spartanisch ausgerüstet waren. Sanitäre Anlagen und Kanalisation gab es nicht, das Wasser lieferten die Brunnen auf den Grundstücken und an eine zentrale Gasversorgung war nicht zu denken. Baumaschinen und motorisierte Gartenbearbeitungsgeräte hatte niemand. Beim Bau der Straße mussten Eigenleistungen erbracht werden. Die Häuser wurden zum überwiegenden Teil selbst erstellt.

Die anfängliche Siedlungstätigkeit war für die damalige Zeit einmalig, denn sie ermöglichte auch einem normal verdienenden Arbeiter oder Handwerker die Verwirklichung seines Wunschtraumes von der Errichtung eines Eigenheimes.

In dieser Zeit war es für den Einzelnen sehr schwierig und teilweise nur unter großen persönlichen und finanziellen Entbehrungen möglich ein Siedlungshaus zu errichten. Jedoch durch tatkräftige Nachbarschaftshilfe wurde viel erreicht.

So kam man auch nach und nach in den Genuss der Errungenschaften der heutigen Zeit: wie Gehwege, asphaltierte oder gepflasterte Straßen, Straßenbeleuchtung, Gas- und Wasseranschluss und Kanalisation.

Auch an den Häusern und Gärten ist die Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Aus den Nutzgeräten wurden Ziergeräte als grüne Wohnzimmer, aus den Ställen wurden Garagen und auch die eingebauten Badezimmer machten das leben komfortabler. Die Älteren unter uns können sich sicherlich noch gut daran erinnern.

Durch die vorhandenen Gemeinschaftsprobleme wuchs das Bewusstsein, tätige Nachbarschaftshilfe zu praktizieren und eine Gemeinschaft zu bilden; dadurch entstand vor 78 Jahren hier auf der östlicher Ebene die Siedlergemeinschaft Northeim.


Auch wenn wir jetzt nicht mehr "Deutscher Siedlerbund" sondern Verband Wohneigentum" heißen, wird es um so mehr eine Verpflichtug für die Zukunft sein, für den Erhalt der Familienheime und Gärten zu sorgen und uns dafür einzusetzen; denn die Gemeinschaft und die nachbarschaftliche Hilfe sind die Voraussetzungen für die Lebensform in einer Siedlergemeinschaft.

Auch in der heutigen Zeit wird die Siedlergemeinschaft Northeim e. V. sich nach wie vor einsetzen: 

  • für die Pflege der Nachbarschaft und die Stärkung des Zusammen-gehörigkeitsgefühls durch entsprechende Gemeinschaftsveranstaltungen, wie z.B.: Informationsveranstaltungen, Nachbarschaftsfeste, gesellige Veranstaltungen;
  • für die Förderung der Kleinsiedlung und Eigenheime;
  • für die Zusammenarbeit mit kommunalen Körperschaften, Behörden und Parteien zur Verbesserung der bestehenden Wohn- und Lebensumstände;

 

In den 75 Jahren des Bestehens der Siedlergemeinschaft Northeim hat sich eine festgefügte Gemeinschaft gebildet, die in mehreren sehr aktiven Abteilungen Gemeinschaftsdenken und - handeln praktiziert.

Der Vorstand bedankt sich bei all denen, die der Siedlergemeinschaft Northeim ihre Treue gehalten haben und hofft, dass auch weiterhin die Gemeinschaft zusammensteht um zukunftsorientiert alle Aufgaben zu bewältigen.